Lasst Knigge nicht im Stich

Nach längerem Kontakt mit der Gastronomiebranche, haben sich in meiner Kellnerrolle einige Zweifel an dem Verhalten mancher Neuzeitmenschen aufgetan. Knigge sollte vielen ein Begriff sein, immerhin lehrt uns dessen Buch den angenehmsten Umgang von Mensch zu Mensch. Wo liegt die Schwierigkeit in der sogenannten „Zivil Courage“?

-die folgenden Überschriften sind Zitate des bekannten Satirikers, Beamten und Juristen Adolph Freiherr von Knigge-

Interessiere dich für andere, wenn du willst, daß sie sich für dich interessieren.

Jeder hat sein Päckchen an Sorgen und schlechten Erinnerungen täglich mit sich rumzutragen und dennoch können sich so wenige in die Rolle eines Mitmenschen versetzten. Behandelt ihr eure Mitmenschen mit Respekt und Höflichkeit, so werden sie euch größtenteils dieses Verhalten erwidern.

Jedes zu große Übergewicht von einer Seite, stört die Freundschaft.

Soviel ich in vorigen Einträgen auch auf die Liebe zu sich selbst eingehe, so sollte man sich seinen Nahestehenden nicht aufdrängen ohne auch mal nach deren Ergehen nachzufragen. Eine Waage an Unterstützung und Sorgenteilung sollte langjährige Freundschaften garantieren.

Man baut bei Fremden zuerst Blickkontakt auf, bevor man sie anspricht.

Ein Verhalten, welches in der Smartphonezombie- Zeit immer weniger an den Tag gelegt wird. Blickkontakt schafft schneller Vertrauen zu einem Gesprächspartner und wirkt aufgeschlossen sowie interessiert. Die Mimiken eines Menschen können sehr amüsant sein, lasst sie euch nicht entgehen.

Bewahre deine Papiere, deine Schlüssel und alles so, daß du jedes einzelne Stück auch noch im Dunkeln finden kannst. Verfahre noch ordentlicher mit fremden Sachen.

Teilen macht Freude, so wurde es mir zumindest im Kindergarten beigebracht und auch im höheren Alter wird ständig ausgeliehen. Wo es damals ein Butterbrot war, sind es heute Kleidungsstücke oder auch Schmuck und wertvolleres Eigentum. Meine Ordentlichkeit in meinen Räumlichkeiten lässt zu wünschen übrig, jedoch würde ich niemals jemanden mit meinem „freien“ Lebensstil zu Schaden kommen lassen. Das schlechte Gewissen besiegt die Faulheit.

Sei, was du bist, immer ganz und immer derselbe.

Dieses Zitat scheint mit den anderen in Konflikt zu geraten. Wenn ich von Natur aus gerne über mich spreche und unhöfliches Verhalten meinen Charakter beschreibt, kann ich nicht der/dieselbe bleiben. Falls dem so ist, empfehle ich das oben beschriebene Verhalten auszuprobieren und in den Genuss zu kommen andere glücklich zu machen oder zumindest zu respektieren. Worauf Knigge wohl eher anspricht ist die Wichtigkeit sich selbst nicht zu einem Menschen zu machen, der man nicht sein will.

Dieser Beitrag soll niemanden etwas vorschreiben und dient lediglich als Denkanregung für den alltäglichen Umgang in der Gesellschaft.

Somit komme ich zum letzten, sehr inspirierenden Zitat:

Jeder Mensch gilt in der Welt nur so viel, als er sich selbst geltend macht.

Interesse und Charakterentwicklung

Dank einer Erkältung und meines Unwillens irgendwelchen anstrengenden  Aktivitäten nachzukommen, konnte ich in den letzten Tagen eine beachtliche Sammlung an sogenanntem „unnützen Wissen“ ansammeln. Wusstet ihr zum Beispiel, dass die zwei kleinen Löcher in Sneakers dazu gedacht sind den Schuh enger schnüren zu können? Ich war alleine erstaunt zu erfahren, dass dieser Schuh ursprünglich als Sportschuh gedacht wäre.

Die Suche nach neuem Wissen gehört zu meinen Interessen. Genau ergründen kann ich die Ursache an diesem Interesse nicht, es bereitet mir lediglich Freude die Welt kennen zulernen und ein wenig mit meinem Wissen anzugeben.

 

Interesse. Was für ein ungezwungenes Wort. Vergleichen wir es mit einem „Hobby“ oder einer „Leidenschaft“, so wird vom Interesse definitiv weniger erwartet. Erzählt euch eine bekannte Person von ihrer/seiner Leidenschaft, werdet ihr eher davon ausgehen einen Experten vor euch zu haben, nicht?

Was bringen mir diese Neigungen und wie verhelfen sie mir zu einem glücklichen Leben?

Unser Charakter wird durch mehrere Faktoren gebildet, unsere Tendenz zu bestimmten Dingen ist einer davon. Denkt einmal darüber nach mit was ihr euch gerne in langweiligen Phasen beschäftigt. Ist es euer Smartphone? Eure Musik? Das neueste literarische Werk eures liebsten Autors oder eurer liebsten Autorin? Habt ihr etwas gefunden, so überlegt einmal wie viel Zeit ihr diesem Interesse bereits gewidmet habt und fragt euch ob es das Wert war. Kommt ihr auf den Entschluss diese Zeit verschwendet zu haben, rate ich dazu diese Aktivität nicht länger als Interesse zu betiteln. Habt ihr jedoch keine Reue kann ich euch gratulieren, denn ihr seid bereit für den nächsten Schritt.

 

Die Weiterentwicklung eures Charakters.

Voraussetzung für dieses Unterfangen ist das Wissen über sich selbst. Kennt ihr eure Interessen, so genügt das vorerst. Ihr wisst wie ihr euch in eurem sozialen Umfeld verhaltet, doch wie geht ihr mit Einsamkeit um? Menschen schauspielern sich gerne durchs Leben. Sicherlich habt auch ihr durch kleine Notlügen Streit verhindert oder habt euch selbst verleugnet um akzeptiert zu werden. Es gehört zum Alltag und lässt sich wohl auch so schnell nicht ändern. Konzentrieren wir uns doch auf die Zeit die wir alleine verbracht haben. Was für Gedanken kreisen euch im Kopf und habt ihr jemals darüber nachgedacht was ihr von euch selbst haltet? Könnt ihr euch mit eurem Verhalten identifizieren oder steht ihr vielleicht hinter einer Fassade aus Anpassung und Selbstignoranz? Es sind schwierige Fragen, sind diese jedoch beantwortet so könnt ihr beginnen euch zu entwickeln. Ein aufregender Weg der bestimmt euer Selbstbewusstsein stärken wird und euch mit der Zeit glücklicher durchs Leben gehen lässt.

Das Zitat darf nicht ausgelassen werden, heute eines von

Anatole France (französischer Schriftsteller) :

„Ich folge dem Gesetz der Weiterentwicklung. Die Dummen bleiben zurück und die Verrückten laufen vor.“